Erweiterung der Lehr... Jahresberichte

1. Jahr: Gründung und Aufbau des Lehrstuhls

2002


Der Lehrstuhl für Software Engineering wurde Mitte Dezember 2001 gegründet. Er befasst sich mit der ingenieurmäßigen Entwicklung und dem Zuverlässigkeitsnachweis komplexer Softwaresysteme hoher Qualität unter Berücksichtigung der einzusetzenden Arbeits- und Zeitressourcen.

Angesichts der begrenzten räumlichen und personellen Anfangsausstattung des neuen Lehrstuhls, die bis zur Aufnahme des Lehrbetriebs im Sommersemester 2002 einen erheblichen organisatorischen Aufwand erforderlich machte, ist es besonders hervorzuheben, dass der Lehrstuhl nach nur einem Lebensjahr hinsichtlich seiner Lehr- und Forschungstätigkeiten bereits eine erfreulich positive Bilanz aufweisen konnte.

Über die im folgenden zusammengefassten Informationen hinausgehende Details können den weiteren Lehrstuhl-Webseiten entnommen werden, deren Aufbau, Neukonzeption und Gestaltung ebenfalls zu den im ersten Jahr angefallenen Aufgaben gehörten.

Lehre

Dank dem besonders engagierten Einsatz der ersten Mitarbeiter sowie der Kooperation der beiden externen Honorarprofessoren konnte bereits in den ersten beiden Semestern ein vielfältiger Lehrstoff angeboten werden, der zum großen Teil neu aufbereitet wurde und theoretisches Wissen mit industrieller Praxis verband. Neben der zentralen Grundlagenvorlesung und vier darauf aufbauenden Spezialvorlesungen mit jeweiligen Übungen wurden drei Seminare (zwei im Hauptstudium, eines im Grundstudium) gehalten.

Erstmals umfasste das Lehrangebot auch ein Praktikum zur Erprobung von Software Engineering Werkzeugen, die den Einsatz der in den Vorlesungen erlernten Verfahren auf Systeme realistischer Komplexität zum Teil vollautomatisch unterstützen. Die vorgestellten Tools adressieren den gesamten Software-Lebenszyklus, insbesondere auch die folgenden Aktivitäten:

Neben der Studienrichtung Informatik wandten sich die zum Teil in englischer Sprache durchgeführten Lehrveranstaltungen auch an Studenten der Wirtschaftsinformatik und des Bachelor- und Master-Studiengangs "Computational Engineering". Darüber hinaus beteiligte sich der Lehrstuhl im Rahmen der Ringvorlesung "Mechatronische Systeme" an einer interdisziplinären Lehrveranstaltung für Studenten des Studiengangs "Mechatronik".

Internationale Kooperationen

Auf internationaler Ebene wurde die langjährige Zusammenarbeit mit dem European Workshop on Industrial Computer Systems, Technical Committee 7: Safety, Reliability and Security (EWICS TC7), dem die Lehrstuhlleitung seit 2000 als Vice-Chair dient, fortgesetzt. Dies erfolgte vor allem im Rahmen der "Technical Subgroup on Maintenance of Diverse Systems", mit der auf dem Gebiet der Softwarefehlertoleranz der Lehrstuhl gemeinsame Forschungsinteressen teile. Darüber hinaus konnte auch im Hinblick auf die Lehre eine neue Zusammenarbeit verzeichnet werden: es wurde näich eine neue EWICS-Subgroup gegründet, die sich mit dem speziellen Bedarf an Fachkenntnissen von in der Sicherheitstechnik tätigen Softwareingenieuren befassen soll mit dem Ziel, Empfehlungen für universitäre Curricula mit obigem Schwerpunkt zu erarbeiten.

Nationale Kooperationen

Auf nationaler Ebene besteht eine enge Zusammenarbeit mit der deutschen Gemeinschaft im europäischen Netzwerk ENCRESS (European Network of Clubs for Reliability and Safety of Software-Intensive Systems), die die Lehrstuhlleitung 1994 im Rahmen eines EU-Projekts gründete und seitdem koordiniert. Seit 1998 hat diese Gemeinschaft den Status einer Fachgruppe der Gesellschaft für Informatik (GI) e. V. im Fachausschuss "Verlässlichkeit und Fehlertoleranz", Fachbereich "Technische Informatik und Architektur von Rechensystemen".

Auf Antrag dieser sowie weiterer drei Fachgruppen wurde Anfang 2002 ein neuer Fachbereich der Gesellschaft für Informatik mit Schwerpunkt "Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit" gegründet, der zwischenzeitlich aus insgesamt 15 Fachgruppen besteht. Hauptmotivation für die Gründung des neuen Fachbereichs war die Erkenntnis, dass die Bedeutung des Querschnittsthemas "Informationstechnische Sicherheit" in der Informatik an Bedeutung gewinnt und ein besonderes Forum für sicherheitsbezogene Aktivitäten im Rahmen der GI erforderlich macht. Mitglieder des neuen Fachbereichs sind im wesentlichen Wissenschaftler und Anwender aus folgenden beiden "Communities": Da die beiden obigen Forschungsgemeinschaften bisher im wesentlichen unabhängig voneinander tätig waren, war zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit eine klärende Abstimmung bzgl. der zu verwendenden Terminologie höchst angebracht. Aus diesem Grunde wurde als erste Initiative des neugegründeten Fachbereichs unter der Regie des Lehrstuhls ein der Begriffsbildung gewidmeter Workshop durchgeführt.


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