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2. Jahr: Erweiterung der Lehre und industrielle Kooperationen

2003


Der Ende 2001 gegründete Lehrstuhl für Software Engineering befasst sich mit der ingenieurmäßigen Entwicklung und dem Zuverlässigkeitsnachweis komplexer Softwaresysteme hoher Qualität unter Berücksichtigung der einzusetzenden Arbeits- und Zeitressourcen.

Nachdem das erste Jahr des Lehrstuhls im wesentlichem dem Aufbau des Lehr- und Forschungsbetriebs sowie organisatorischen Aufgaben gewidmet wurde, standen im zweiten Jahr vor allem die Ausweitung industrieller Kontakte, besonders im fränkischen Raum, sowie die Erweiterung des Lehrangebots auf neue Studiengänge im Mittelpunkt. Auch dieses Jahr kann sich der Lehrstuhl über die erzielten Fortschritte und über das Interesse zahlreicher Studierender für das in Erlangen noch relativ junge Lehrgebiet Software Engineering erfreuen.

Das bereits vorhandene Lehrangebot, bestehend aus einer Grundlagen- und vier darauf aufbauenden Spezialvorlesungen, sowie praktischen Übungen und Seminaren, wurde im zweiten Jahr um eine weitere Spezialvorlesung und um neue Seminarthemen mit industriellem Hintergrund erweitert.

Über die von den bisherigen Lehrveranstaltungen bereits angesprochenen Studiengänge der Informatik, der Wirtschaftsinformatik und des Computational Engineering hinaus wurde seitens weiterer Studiengänge, u.a. der Informations- und Kommunikationstechnik, der Mechatronik, des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Computerlinguistik der Bedarf nach entsprechendem Lehr- und Prüfangebot auf dem Gebiet der Softwaretechnik zum Ausdruck gebracht und in entsprechenden Prüfungsordnungen festgehalten. Die Umsetzung dieser zusätzlichen Lehranforderungen, die die Praxisrelevanz des vertretenen Fachs für Ingenieure bestätigt, ist gerade im Gange.

Forschungsschwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt Erstellung und Zuverlässigkeitsnachweis komplexer Software umfasst folgende Teilgebiete:

Industrielle Kooperationen

Dank der besonders im Automatisierungssektor hoch industrialisierten Region Franken ergaben sich bald Anknüpfungspunkte mit lokalen Entwicklungshäusern. Im Rahmen erster Forschungskooperationen, u. a. mit Infoteam Software, Siemens Automation & Drives und Volkswagen wurden bzw. werden anhand konkreter Anwendungsbeispiele allgemeine softwaretechnische Probleme wissenschaftlich untersucht, um anschließend die theoretisch gewonnenen Lösungsansätze praxisnah umzusetzen. Unter den ersten Industrie-Kooperationen sind Untersuchungen zu folgenden Themen zu erwähnen: Spezifikation und Analyse von Software-Anforderungen, automatische Testfallgenerierung und UML-basierte Beschreibung von GUI-Prototypen.

Bei diesen wie bei den sonstigen Lehrstuhlprojekten werden die theoretisch entwickelten softwaretechnischen Verfahren anschließend in Werkzeuge umgesetzt mit dem Ziel, auch für komplexe Softwaresysteme eine möglichst vollständige Automatisierung ihres Einsatzes zu unterstützen.

Wissenschaftliche Kooperationen

Im aktuellen Berichtszeitraum wurden die langjährig bestehenden wissenschaftlichen nationalen und internationalen Kooperationen fortgesetzt, erweitert und um neue regionale Kontakte ergänzt.

Internationale Kooperationen: Im Rahmen seiner koordinierenden Funktionen im European Workshop on Industrial Computer Systems und im European Network of Clubs for Reliability and Safety of Software-Based Systems kooperierte der Lehrstuhl auch im Jahr 2003 an der Organisation der Tagungsreihe SAFECOMP (International Conference on Computer Safety, Reliability and Security), die im September 2003 zum 22. Mal eine inzwischen fest konsolidierte industriell / akademische Gemeinschaft zusammenführte. An der Gestaltung der diesjährigen Tagung in Edinburgh beteiligte sich der Lehrstuhl im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema Verlässliche eingebettete Systeme.
Die bereits bestehende Lehrstuhltätigkeit im Zusammenhang mit der Gestaltung internationaler wissenschaftlicher Publikationen konnte im Jahr 2003 um die Funktion eines assoziierten Herausgebers der Fachzeitschrift Real-Time Systems - The International Journal of Time-Critical Computing Systems erweitert werden.

Nationale Kooperationen: Höhepunkt der Tätigkeit im Leitungsgremium des neuen Fachbereichs Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit war 2003 die Organisation einer der Sicherheit gewidmeten Teiltagung im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik. Die erfreuliche Resonanz auf diese Veranstaltung, die im Herbst in Frankfurt stattfand, bestätigt die zunehmende Bedeutung der Softwarezuverlässigkeit für die moderne informationstechnische Gesellschaft. An dieser Tagung beteiligte sich der Lehrstuhl u. a. mit einem Beitrag zum Thema IT-Sicherheitsnormung.

Regionale Kooperationen: In Bezug auf die regionale Lehrstuhlpräsenz sind Vorträge anlässlich der Tagung Automation Days - Software in Automation Technology in Nürnberg, sowie im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe der Technischen Fakultät und der Fraunhofer Gesellschaft in Erlangen zu nennen.


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