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3. Jahr: Weiterer Ausbau des Lehrangebots und der industriellen Zusammenarbeit, Darstellung der Ergebnisse erster Forschungsprojekte

2004


Der vor drei Jahren gegründete Lehrstuhl für Software Engineering befasst sich schwerpunktmäßig mit der ingenieurmäßigen Entwicklung und dem Zuverlässigkeitsnachweis komplexer Softwaresysteme hoher Qualität unter Berücksichtigung der einzusetzenden Arbeits- und Zeitressourcen.

Nachdem die ersten beiden Jahre den Organisationsaufgaben am Lehrstuhl, dem Aufbau der Lehre, sowie der Knüpfung erster industrieller Kontakte gewidmet wurden, stand das dritte Jahr, neben der Erweiterung der bereits erwähnten Tätigkeiten, unter dem Zeichen der Darstellung der Forschungsaktivitäten in internationalen wissenschaftlichen Foren.

Als besonders erfreulich ist zu verzeichnen, daß alle wissenschaftlichen Angestellten die in ihren Forschungsvorhaben bereits erzielten Fortschritte im Rahmen internationaler Tagungen publizieren bzw. vortragen konnten. Angesichts der relativ kürzlich gestarteten Forschungsprojekte, sowie der dazu erforderlichen Einarbeitung in ein für Erlanger Jungabsolventen neues Fachgebiet ist die Erstaufnahme wissenschaftlicher Beiträge in internationale Tagungsprogramme und -bände als Würdigung besonders intensiver und erfolgreicher Forschungsbestrebungen zu betrachten.

Lehre

Das bereits reichlich vorhandene Lehrangebot, das sich bisher im wesentlichen an die Studiengänge Informatik, Wirtschaftsinformatik, Computational Engineering, Maschinenbau, sowie Informations- und Kommunikationstechnik richtete, wurde im Hinblick auf den Bedarf weiterer Studiengänge erweitert. Hierzu wurde insbesondere eine modular aufgebaute Lehrveranstaltung konzipiert, deren erstes Modul "Software Design" vom Lehrstuhl getragen wird und sich an alle Studierende der Mechatronik, der Elektrotechnik und der Computerlinguistik wendet.

Die inzwischen beträchtliche, weiter wachsende Anzahl an Studiengängen, die Softwaretechnik-Lehrveranstaltungen vom Lehrstuhl importieren, ist als erfreuliche Bestätigung des ständig zunehmenden Interesses an dem noch relativ jungen Lehrgebiet Software Engineering und seiner Praxisrelevanz für die allgemeine Ingenieurausbildung zu verstehen. Der mit den unterschiedlichen fachlichen und organisatorischen Erfordernissen einzelner Studiengänge verbundene Aufwand bei der Gestaltung der Lehre ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Industrielle Kooperationen

Die in den vergangenen Jahren geknüpften Kontakte mit einschlägigen, in der fränkischen Region ansässigen Unternehmen im Automatisierungssektor (darunter Infoteam Software GmbH, Siemens AG Automation & Drives und Siemens AG Medical Solutions) konnten intensiviert und um weitere industrielle Kooperationen erweitert werden (u.a. mit Siemens AG Transportation Systems, afra GmbH und Omninet GmbH). Die softwaretechnischen Fragestellungen, deren wissenschaftliche Untersuchungen anhand industrieller Anwendungen praxisnah umgesetzt wurden, betrafen u.a. folgende Themenkomplexe: automatische Testfallgenerierung, Testfallerzeugung nach der Äquivalenzklassenmethode, Verfahren zur Softwarefehlerinjektion zur Bewertung der Fehlerbeherrschbarkeit.

Wissenschaftliche Kooperationen

Die langjährigen wissenschaftlichen Kontakte auf nationaler und internationaler Ebene konnten erfolgreich fortgesetzt, die relativ junge Zusammenarbeit auf regionaler Ebene um neue Kooperationen mit fränkischen Arbeitskreisen und Industrien erweitert werden.

Internationale Kooperationen
Auch dieses Jahr beteiligte sich der Lehrstuhl für Software Engineering in seiner koordinierenden Rolle im Rahmen des "European Workshop on Industrial Computer Systems" (EWICS) und des "European Network of Clubs for Reliability and Safety of Software-Based Systems" (ENCRESS) an der Ausrichtung der jährlich stattfindenden SAFECOMP-Tagungsreihe (23rd International Conference on Computer Safety, Reliability and Security), die im September 2004 zahlreiche Teilnehmer aus Forschung und Industrie nach Potsdam zusammenbrachte.

Darüber hinaus kooperierte der Lehrstuhl für Software Engineering auch an der Gestaltung der "International Conference on Probabilistic Safety Assessment and Management" (PSAM7), die im Juni in Verbindung mit der "European Conference on Safety and Relaibility" (ESREL 2004) in Berlin stattfand.

Auch anläßlich des 28th IFAC / IFIP Workshop on Real-Time Programming (WRTP 2004), der im September 2004 in Verbindung mit dem International Workshop on Software Systems (IWSS 2004) in Istanbul stattfand, war der Lehrstuhl mit Fachvorträgen präsent, darunter mit einem eingeladenen Keynote Address, der zur Tagungseröffnung beitragen durfte.

Nationale Kooperationen
Besondere Erwähnung verdient auf nationaler Ebene die Tagung "Sicherheit und Zuverlässigkeit für automobile Informationstechnik" (Automotive Safety & Security) , die erstmalig im Oktober 2004 in Stuttgart stattfand und sich zahlreicher Teilnehmer, besonders seitens der deutschen Automobilindustrie erfreute. Getragen wurde die Organisation dieser Veranstaltung von der GI-Fachgruppe ENCRESS, die am Lehrstuhl für Software Engineering koordiniert wird, und den beiden weiteren GI-Fachgruppen EZQN und Ada, die alle dem gemeinsamen Fachbereich "Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit" zugeordnet sind.

Im Rahmen seiner Zusammenarbeit im Leitungsgremium des GI-Fachbereichs "Verläßlichkeit und Fehlertoleranz" kooperierte der Lehrstuhl für Software Engineering darüber hinaus auch an der Mitgestaltung eines gleichnamigen Workshops, der in Verbindung mit der 17. International Conference on Architecture of Computing Systems - Organic and Pervasive Computing (ARCS '04) im März 2004 in Augsburg stattfand.

Schließlich war der Lehrstuhl auch an der Ausrichtung der 3. Arbeitstagung Programmiersprachen (ATPS 2004) beteiligt, die im Rahmen der GI-Jahrestagung Informatik im September 2004 in Ulm stattfand.

Regionale Kooperationen
Auf regionaler Ebene wurde der Lehrstuhl eingeladen, über Forschungsprojekte im Rahmen lokaler industrieller Veranstaltungen zu berichten, u.a. anläßlich eines Treffens der ASQF-Fachgruppe Automatisierung, sowie eines Treffens des SIRIUS-Teams von Siemens Medical Solutions.


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