Internationale Zusam... Jahresberichte Erweiterung der Lehr...

5. Jahr: Erste Dissertationen aus der Lehrstuhlforschung, Bewilligung eines industriellen Verbundprojekts, Betrauung mit internationaler Tagungsleitung

2006


Dank dem Einsatz und dem Zusammenhalt besonders leistungsfähiger und loyaler Mitarbeiter konnte der Lehrstuhl auch aus dem vergangenen, in mancherlei Hinsicht recht stürmischen Jahr qualitativ und quantitativ gestärkt hervorgehen. Unter den besonderen Highlights des Berichtszeitraums sind folgende erfreuliche Ereignisse vorweg zu verzeichnen:

1. Erste Dissertationen aus Lehrstuhlprojekten: Zwei der im Jahr 2002 am Lehrstuhl gestarteten Forschungsprojekte konnten im Berichtszeitraum soweit fortschreiten, daß die bis dahin erzielten Ergebnisse die Grundlage zur Vollendung zweier Doktorarbeiten lieferten, deren Originalität und Qualität bereits seitens verschiedener lehrstuhlexterner Gutachter bestätigt wurden: einerseits das Vorhaben .gEAr zur automatischen Testfallgenerierung, sowie andererseits das Vorhaben Tricos zur konsistenten Integration vorgefertigter Softwarekomponenten auf Basis einer erweiterten Schnittstellendefinition; letzteres Vorhaben basiert auf Vorarbeiten, die vor der Gründung des Lehrstuhls auf dem Garchinger Forschungsgelände entstanden sind.

2. Bewilligung des Forschungsvorhabens UnITeD (Unterstützung Inkrementeller Testdaten) seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie im Rahmen des Programms "Informations- und Kommunikationstechnik": Leitidee ist das effiziente Zusammenspiel von Grundlagenforschung, innovativer Werkzeugentwicklung und aktiver Prozessbeteiligung der Industrie. Das Vorhaben mit dem Verbundpartner AFRA GmbH (Gesellschaft für anwenderfreundliche Automatisierung) verfolgt das Ziel, deutlich über den derzeitigen Stand der Technik hinaus die Testphase hochzuverlässiger, insbesondere sicherheitskritischer Software zu automatisieren, um dadurch bei reduzierten Kosten die Erkennung von Restfehlern in komplexer Software zu erhöhen. Die automatisierte Testprozedur wird im realen medizintechnischen Umfeld erprobt.

3. Betrauung mit der Tagungsleitung der Safecomp 2007 seitens des European Workshops on Industrial Computer Systems (EWICS): Die zum 26. mal wiederkehrende International Conference on Computer Safety, Reliability and Security wird im Herbst des Jahres 2007 in Nürnberg stattfinden. Veranstalter sind der Lehrstuhl für Software Engineering und die Gesellschaft für Informatik.

Lehre

Das Lehrangebot, das sich inzwischen an die Studiengänge Informatik, Computational Engineering, Wirtschaftsinformatik, Informations- und Kommunikationstechnik, Mechatronik, Computerlinguistik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Informatik für Lehramt wendet, umfaßte im Jahr 2006 erstmalig eine Pflichtvorlesung im Fach Software Engineering für die Studierenden der Informations- und Kommunikationstechnik.

Wie die in allen Sparten des Fragebogens überdurchschnittliche Evaluierung seitens der Studierenden ergab, konnte sich auch diese Lehrveranstaltung der Zustimmung und des Interesses der Studierenden, einschließlich des neu hinzugekommenen Studiengangs erfreuen, deren Nachfolger wir hiermit wie immer herzlich willkommen heißen.

Forschungsschwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt "Erstellung und Qualitätsnachweis zuverlässiger komplexer Software" umfasst die Vermeidung logischer Fehler bei Programmkonzeption und -realisierung sowie die Bewertung der erzielten Softwarezuverlässigkeit.

Neben dem Einsatz (semi)formaler Notationen zur Darstellung und zur Analyse von Problemen und ihrer softwarebasierten Lösungen wird am Lehrstuhl für Software Engineering vor allem die Praktikabilität neuer, besonders rigoroser Testverfahren durch gezielte Reduzierung des bisher damit verbundenen Aufwands erhöht. Dabei handelt es sich sowohl um white- und grey-box-Testansätze, die die frühe Fehlererkennung verfolgen, als auch um zufallsbasierte black-box-Testverfahren zur Schätzung der Restfehlerhäufigkeit aufgrund statistischer Stichprobentheorie.

Kooperationsbeziehungen

1. Industrielle Kooperationen

Die bereits bestehenden industriellen Kontakte, vor allem mit Unternehmen der fränkischen Region, wurden intensiviert und ergänzt. Neben der besonderen wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit AFRA GmbH und Siemens AG Medical Solutions im Rahmen des bereits erwähnten Verbundprojekts UnITeD, sind vor allem folgende industrielle Kooperationen nennenswert:

Wie üblich betrafen die softwaretechnischen Fragestellungen wissenschaftliche Untersuchungen, die anhand industrieller Anwendungen praxisnah umgesetzt wurden.

2. Internationale wissenschaftliche Kooperationen

Auch dieses Jahr beteiligte sich der Lehrstuhl für Software Engineering in seiner koordinierenden Rolle im Rahmen des "European Workshop on Industrial Computer Systems" (EWICS) und des "European Network of Clubs for Reliability and Safety of Software-Based Systems" (ENCRESS) an der Ausrichtung der jährlich stattfindenden SAFECOMP-Tagungsreihe (25th International Conference on Computer Safety, Reliability and Security), die im September 2006 zahlreiche Teilnehmer aus Forschung und Industrie nach Danzig zusammenbrachte und u.a. zur Darstellung und Veröffentlichung der Forschungsergebnisses eines Lehrstuhlprojekts Gelegenheit gab.

Anläßlich Ihres Besuches deutscher Universitäten im Rahmen einer Exploration Tour hat Boeing Research and Technology eine Auswahl an Forschungsthemen der Technischen Fakultät getroffen, die das besondere Interesse der amerikanischen Luftfahrtindustrie erwecken konnten, darunter das Lehrstuhlprojekt .gEAr, zu dessen aktuellem Stand der Lehrstuhlmitarbeiter Herr Norbert Oster mit seinem Vortrag "Automatic Generation and Optimization of Software Test Data" berichten konnte.

3. Nationale wissenschaftliche Kooperationen

Höhepunkt der Tätigkeit im Leitungsgremium des GI-Fachbereichs Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit war 2006 die Organisation der dritten Jahrestagung zum Thema Sicherheit, die im Februar 2006 an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg stattfand und an dem sich der Lehrstuhl organisatorisch und fachlich beteiligte. Als Mitglied der Tagungsleitung gehörte es zu den besonderen Aufgaben der Lehrstuhlinhaberin, im Rahmen dieser Tagung einen ganztägigen, aus drei Sitzungen bestehenden Workshop zum Thema "Safety" zu veranstalten, der erfreulicherweise auch zahlreiche Kollegen aus der "Security"-Gemeinschaft anzog, und der durch einen Beitrag mit dem Titel "Interaktion zwischen funktionaler Sicherheit und Datensicherheit" auch zur Darstellung und zur Publikation eines am Lehrstuhl konzipierten integrierenden Ansatzes zwischen den beiden "Safety / Security - Communities" Anlaß gab.

Besondere Erwähnung verdient auf nationaler Ebene auch die Tagung "Sicherheit und Zuverlässigkeit für automobile Informationstechnik" (Automotive Safety & Security), die im Oktober 2006 zum zweiten mal an der Universität Stuttgart stattfand und sich wieder der Teilnahme zahlreicher Vertreter der Automobilindustrie erfreuen konnte. Auch heuer wurde die Organisation dieser Veranstaltung von der am Lehrstuhl für Software Engineering koordinierten GI-Fachgruppe ENCRESS, zusammen mit anderen Fachgruppen aus dem gemeinsamen Fachbereich "Sicherheit - Schutz und Zuverlässigkeit" mitgetragen.

Weiterhin interessant war eine Begegnung mit der Firma ZF Friedrichshafen anläßlich derer die Lehrstuhlinhaberin einen Seminarvortrag zum Thema Software-Zuverlässigkeit hielt.

Schließlich war die Fachgruppe ENCRESS und damit auch der Lehrstuhl an der Ausrichtung des 4th Workshop "Dependability and Fault Tolerance" ebenfalls mitbeteiligt, der im März 2006 im Rahmen der 18th International Conference on Architecture of Computing Systems - System Aspects in Organic Computing (ARCS '06) in Frankfurt am Main stattfand.

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