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6. Jahr: Internationale Zusammenarbeit - Fachliche und organisatorische Leitung einer internationalen Tagung, Kooperation mit europäischem Exzellenznetzwerk und mit finnischer Akademie der Wissenschaften

2007


Internationale Kooperationen

1. Fachliche und organisatorische Leitung der internationalen Tagung SAFECOMP 2007

Die 26th International Conference on Computer Safety, Reliability and Security (SAFECOMP 2007) fand vom 18. bis 21. September 2007 in den Räumen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg statt.

Die Tagungsreihe SAFECOMP wird seit Jahrzehnten vom europäischen Arbeitskreis EWICS TC7 (European Workshop on Industrial Computer Systems, Technical Committee on Reliability, Safety and Security) fachlich getragen und von jeweiligen nationalen Institutionen in meist europäischen Gastländern organisiert. Gemeinsame Veranstalter der diesjährigen Konferenz waren die Gesellschaft für Informatik (GI) e.V., insbesondere deren Fachgruppe ENCRESS (Reliability and Safety of Software-intensive Systems) und der Lehrstuhl für Software Engineering, dem aufgrund der seit Jahren wahrgenommenen Aufgaben in EWICS und ENCRESS die fachliche und organisatorische Tagungsleitung zufiel.

Diese doppelte Funktion erforderte einen erheblichen Einsatz, der bereits im Frühjahr durch 136 Einreichungen honoriert wurde; nach der Begutachtungsphase wurden im Laufe einer im Mai in Erlangen abgehaltenen Sitzung des internationalen Programmkomitees daraus schließlich 33 vollständige Artikeln (für Vorträge) und 16 Kurzbeiträge (für Posters) ausgewählt, die anschließend in den Lecture Notes in Computer Science (LNCS Vol. 4680) vom Springer-Verlag publiziert wurden.

Der erste der vier Konferenztage wurde der Durchführung paralleler Veranstaltungen (2 Workshops und 1 Tutorial) unter der Regie europäischer Konsortien gewidmet. Die anschließende dreitägige Haupttagung bestand aus 15 Plenarsitzungen, darunter zwei eingeladenen Vorträgen und einem Panel.

Die Anzahl der Teilnehmer übertraf die Erwartungen: aus 25 Ländern reisten ca. 170 Kollegen zur Konferenz an. Der Hintergrund der Anwesenden war nicht nur geographisch, sondern auch fachlich sehr vielfältig, was auf den Gedanken- und Meinungsaustausch zwischen Forschungs- und Praxisorientierten belebend wirkte: neben den internationalen Universitäten, die etwa die Hälfte des Plenums ausmachten, konnten zahlreiche industrielle Teilnehmer verzeichnet werden, darunter aktiv mitwirkende Vertreter der Bahntechnik (Siemens Rail Automation), der Automobilindustrie (BMW, Siemens VDO), der Luftfahrt (Boeing, Airbus) und der Medizintechnik (Philips Medical Systems).

Nicht nur quantitativ, sondern vor allem aus qualitativer Sicht war die Tagungspräsenz sehr erfreulich, nicht zuletzt dank der Gewinnung der beiden auf dem Gebiet sicherheitsrelevanter Automatisierungssysteme weltbekannten Experten Bev Littlewood (Centre for Software Reliability) und Jean-Claude Laprie (Laboratoire d´Analyse et d´Architecture des Systèmes).

Auch das Rahmenprogramm erfreute sich des allgemeinen Interesses, vor allem die Besichtigung der Leitstelle der Nürnberger U-Bahn, im Laufe derer auf die während der Tagung bereits vorgetragenen Konzepte fahrerloser Züge konkret und detailliert eingegangen werden konnte. Insgesamt ist es gelungen, der SAFECOMP Community eine würdige diesjährige Veranstaltung in Franken anzubieten. Weitere Informationen unter http://www11.informatik.uni-erlangen.de/safecomp2007/

2. Begutachtung von Projektanträgen für die finnische Akademie und Forschungsgemeinschaft

Die Lehrstuhlleitung beteiligte sich an der Evaluierung von Forschungsprojektanträgen, wozu die finnische Akademie der Wissenschaften (Academy of Finland and Research Council for Natural Sciences and Engineering) im Mai 2007 eingeladen hatte. Der Expert Panel in Computer Science bestand aus eingeladenen Gutachtern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Dänemark. Die Anträge betrafen sowohl "general research grants" zur Förderung bereits bestehender Forschungsgruppen als auch "postdoctoral researcher's projects" zur Neu-Einstellung promovierter Wissenschaftler.

3. Kooperation mit europäischem Netzwerk ReSIST

Im Rahmen einer Kooperation von EWICS TC7 mit dem europäischen Network of Excellence "Resilience for Survivability in Information System Technologies" (ReSIST) durfte sich der Lehrstuhl für Software Engineering als Gastgeber und als Mitgestalter eines Joint Workshop on "Teaching Resilient Computing" beteiligen, der im Mai 2007 in Erlangen stattfand.

Im Laufe dieser Veranstaltung präsentierten Kollegen aus 7 europäischen Ländern eigene Konzepte und Erfahrungen in der Lehre verlässlicher, rechnerbasierter Technologien und diskutierten über die Möglichkeit, Studienpläne auf diesem Fachgebiet auf europäischer Ebene weitgehend zu harmonisieren.

Nationale Kooperationen

Auf nationaler Ebene beteiligte sich der Lehrstuhl sowohl durch die Mitarbeit im Programmkomitee als auch mit eigenen Vorträgen und Publikationen an der Mitgestaltung folgender Veranstaltungen:
  1. 5th Workshop Dependability and Fault Tolerance, im Rahmen der International Conference on Architecture of Computing Systems
    (Zürich, März 2007)
  2. Tagung Software Engineering (SE'07), insbesondere Workshop Testmethoden für Software - Von der Forschung in die Praxis
    (Hamburg, März 2007)
  3. Workshop Modellbasiertes Testen im Rahmen der 37. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik
    (Bremen, September 2007).

Lehrtätigkeit und industrielle Zusammenarbeit auf regionaler Ebene

Im Zusammenhang mit besonderen Lehr- und Betreuungsaufgaben im Berichtszeitraum 2007 sind - neben zahlreichen Lehrveranstaltungen - vor allem mehrere in industrieller Zusammenarbeit durchgeführte Studien- und Diplomarbeiten hervorzuheben, die wieder einmal den Bezug zwischen spannenden softwaretechnischen Fragen und in der industriellen Praxis dringend erforderlichen wissenschaftlichen Untersuchungen in aller Deutlichkeit herzustellen erlaubten. Die am Lehrstuhl betreuten Studierenden bearbeiteten u. a. Fragestellungen bzgl. Besondere Erwähnung verdient das im Rahmen einer Studienarbeit durchgeführte studentische Projekt "Analyse und Vergleich von Verfahren zur Leistungsbewertung von Softwaresystemen", in dem unterschiedliche Verfahren zur Leistungsanalyse und zur Leistungsbewertung von Programmen untersucht wurden; darauf aufbauend wurde für ein konkretes Softwaresystem des industriellen Partners Siemens Industrial Solutions die Leistungsbewertung anhand eines dazu passend ausgewählten Verfahrens praktisch vorgenommen.

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